Frappuccino Rezept: Original für 80 Cent selber machen

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Frappuccino Rezept: Original für 80 Cent selber machen

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Andrea Wiencek 9 min Lesezeit

Ein großer Caramel Frappuccino in einer bekannten Kaffeekette hat 54 Gramm Zucker. Das sind 18 Würfelzucker. In einem Getränk.

Wer das trotzdem liebt, ist nicht allein. Der Frappuccino ist seit dreißig Jahren das meistverkaufte kalte Kaffeegetränk der Welt, und das hat einen Grund: Die Mischung aus Espresso, Milch, Eis und Zuckersirup funktioniert. Das Problem ist nicht der Drink. Das Problem ist der Preis und das, was die Ketten reinkippen.

In diesem Artikel kommt das Basis-Rezept für zuhause, fünf Varianten mit echten Mengenangaben, der ehrliche Preisvergleich und der eine Trick, ohne den jeder selbstgemachte Frappuccino nach zehn Minuten zu Eiswasser wird.

Direkt zum Rezept

Was ein Frappuccino wirklich ist

Frappuccino ist ein Markenname. Genauer: eine geschützte Marke einer großen US-Kaffeekette, eingeführt 1995. Das Getränk selbst ist simpler als der Begriff. Espresso, Milch, Eiswürfel, Zuckersirup. Alles zusammen in den Mixer, bis eine cremige Masse entsteht. Oben Sahne drauf, fertig.

Die Idee stammt ursprünglich aus Boston. Das Café "The Coffee Connection" von George Howell hatte Anfang der 90er ein Getränk namens Frappuccino im Programm, als Kombination aus "Frappé" und "Cappuccino". Eine große US-Kaffeekette kaufte das Unternehmen 1994 auf und damit auch den Namen. Seit 1995 läuft der Frappuccino dann in allen ihren Filialen.

Heute gibt es laut der Kette über 36.000 mögliche Varianten. Das klingt nach Vielfalt, ist aber vor allem ein Zuckerbaukasten.

Frappuccino und Frappé: der Unterschied, den alle verwechseln

Viele denken, Frappuccino und Frappé seien dasselbe Getränk mit zwei Namen. Stimmt nicht.

Der griechische Café Frappé ist älter. Er entstand 1957 auf der Internationalen Messe in Thessaloniki, als der Nescafé-Mitarbeiter Dimitris Vakondios kein heißes Wasser fand und Instantkaffee mit kaltem Wasser im Shaker aufschäumte. Das Ergebnis: eine schaumige, leicht bittere Mischung, die in Griechenland bis heute Nationalgetränk ist. Zutaten: Instantkaffee, kaltes Wasser, Zucker, Eiswürfel. Mehr nicht.

Der Frappuccino ist das amerikanische Gegenstück. Gemixt statt geshakt, mit Espresso statt Instantkaffee, mit Milch statt Wasser und mit deutlich mehr Zucker. Der griechische Frappé ist erfrischend herb. Der Frappuccino ist Dessert.

Der Preis-Check: was du wirklich zahlst

Ein großer Caramel Frappuccino kostet in deutschen Café-Ketten rund 6 Euro. Die Zutaten dafür sind: Espresso, Milch, Eiswürfel, Zuckersirup, Schlagsahne.

Rechnen wir das zusammen. Espresso für ein Glas kostet etwa 20 Cent. Milch je nach Sorte um die 25 Cent. Ein Esslöffel Karamellsirup kommt auf rund 15 Cent, ein bisschen Sahne obendrauf nochmal 20 Cent. Eiswürfel fallen preislich nicht ins Gewicht. Zusammen: 80 Cent.

Im Café zahlst du das Siebenfache. Dafür bekommst du einen Plastikbecher, einen Strohhalm und das Gefühl, gerade in einem Café zu sein. Alles legitim. Aber wer sich dreimal die Woche einen Frappuccino holt, verschenkt im Monat rund 60 Euro.

Das Basis-Rezept

Das klassische Coffee-Frappuccino-Rezept für zwei Gläser. Dauer: fünf Minuten inklusive Aufräumen.

Rezept

Coffee Frappuccino

5 Minuten
2
Portionen
Einfach Schwierigkeit
Zutaten
  • 120 ml starker Espresso, abgekühlt
  • 240 ml Milch (kalt)
  • 2 EL Zucker
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 300 g Eiswürfel (ca. 10 Stück)
  • 100 ml Schlagsahne zum Toppen
Zubereitung
  1. 1

    Espresso aufbrühen und vollständig abkühlen lassen. Pro-Tipp: Am Vorabend aufbrühen und in Eiswürfelform einfrieren.

  2. 2

    Abgekühlten Espresso, Milch, Zucker, Vanilleextrakt und Eiswürfel in den Standmixer geben.

  3. 3

    Auf höchster Stufe 30 bis 45 Sekunden mixen, bis eine gleichmäßige, dickflüssige Konsistenz ohne Eisstücke entsteht.

  4. 4

    In hohe Gläser füllen, mit Schlagsahne toppen. Nach Wunsch mit Karamell- oder Schokosauce verzieren. Strohhalm rein, fertig.

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Der Trick, den fast niemand macht: Kaffee-Eiswürfel

Hier ist das Problem mit selbstgemachten Frappuccinos. Wenn du normalen Kaffee mit normalen Eiswürfeln mixt, schmilzt das Eis beim Trinken und verwässert den Kaffee. Nach zehn Minuten trinkst du braunes Wasser.

Die Lösung ist einfach, machen aber die wenigsten: Gieß übrig gebliebenen Kaffee in eine Eiswürfelform und frier ihn ein. Beim Mixen nimmst du dann statt normaler Eiswürfel die Kaffee-Eiswürfel. Der Drink wird nicht nur cremiger, sondern auch intensiver. Und er bleibt es bis zum letzten Schluck.

Wer das einmal gemacht hat, macht es nie wieder anders. Am besten abends einen Rest Espresso oder stark gebrühten Filterkaffee einfrieren. Morgens den Mixer anwerfen, fertig.

Wenn der Espresso trotzdem wässrig wird, ist weder der Eiswürfel noch die Maschine der Schuldige – meistens ist's die Mahlung. Was der richtige Mahlgrad bewirkt, lohnt 5 Minuten zu lesen.

Die 5 Varianten, die sich wirklich lohnen

Die großen Café-Ketten bieten Dutzende Varianten an. Die meisten sind Spielereien mit Lebensmittelfarbe. Fünf davon sind es wert, zuhause nachgemacht zu werden.

Caramel Frappuccino

Zum Basis-Rezept gibst du 2 Esslöffel Karamellsirup direkt in den Mixer. Nach dem Umfüllen ins Glas noch ein Schuss Karamellsauce auf die Sahnehaube. Das ist der meistverkaufte Frappuccino im Café, und zurecht. Die Kombination aus Espresso und Karamell funktioniert immer.

Mocha Frappuccino (Schoko)

Zum Basis-Rezept kommen 2 Esslöffel ungesüßtes Kakaopulver und 1 Esslöffel Schokosirup. Wichtig: nur ungesüßtes Kakaopulver nehmen, sonst wird es zu süß. Oben Schokosauce und ein paar Schokostreusel. Funktioniert auch mit geraspelter Zartbitterschokolade statt Kakaopulver.

Vanilla Bean Frappuccino (ohne Kaffee)

Nicht jeder mag Kaffee. Für die kaffeefreie Variante lässt du den Espresso weg und ersetzt ihn durch 2 Esslöffel Vanillepaste oder das Mark einer halben Vanilleschote. Dafür 50 ml mehr Milch dazu. Das Ergebnis ist eine Art Vanille-Milchshake, kalt und cremig.

Java Chip Frappuccino

Das ist der Mocha mit Crunch. Nach dem Mixen rührst du eine Handvoll Schokoladen-Chips unter (nicht mitmixen, sonst werden sie pulverisiert). Das gibt dem Drink Textur, die ihn vom normalen Mocha abhebt. Besonders gut mit dunklen Schokochips ab 70 Prozent Kakaoanteil.

Matcha Frappuccino

Ersetze den Espresso durch 1 Teelöffel reines Matcha-Pulver. Achte darauf, dass es Matcha ohne Zuckerzusatz ist, sonst kippt die Balance. Das grün-herbe Aroma ist ein gutes Gegengewicht zu Milch und Zucker. Funktioniert auch mit Hafermilch statt Kuhmilch.

Welcher Kaffee macht den Unterschied?

Bei einem Drink, der am Ende nach Karamell oder Schokolade schmeckt, könnte man meinen, der Kaffee sei egal. Ist er nicht.

Ein Frappuccino braucht kräftigen Espresso. Das hat einen Grund: Milch, Eis und Sirup verdünnen den Kaffeegeschmack massiv. Wenn der Espresso selbst schon mild ist, schmeckst du am Ende nur noch Zucker. Wenn er kräftig und schokoladig ist, kommt das Kaffee-Aroma sauber durch. Ein 100-Prozent-Arabica aus dem Hochland wäre hier die falsche Wahl. Besser: eine italienische Mischung mit Robusta-Anteil.

Frappuccino braucht Espresso mit Charakter. Eine dunkler geröstete Bohne hält dem Eis und der Süße besser stand. Mehr zur Wahl steht in unserem Artikel über Röstgrade.

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Durch die langsame Röstung entwickelt diese Bohne genau die kräftige, schokoladige Basis, die ein Frappuccino braucht. Italienisch-klassisch im Geschmack, mit dunklen Kakaonoten, die in Kombination mit Milch und Karamellsirup voll aufgehen. Alessio Grand Milano Espresso hier kaufen →

Kalorien und Zucker im Vergleich

Der selbstgemachte Frappuccino ist nicht automatisch gesund. Aber er ist ehrlicher, weil du selbst entscheidest, wie viel Zucker reinkommt. Zum Vergleich die Werte aus dem Café und die von unserem Rezept.

Variante (groß, 473 ml) Kalorien Zucker Entspricht
Caramel Frappuccino (Café-Kette) ca. 420 kcal ca. 54 g 18 Stück Würfelzucker
Mocha Frappuccino (Café-Kette) ca. 410 kcal ca. 52 g 17 Stück Würfelzucker
Java Chip (Café-Kette) ca. 470 kcal ca. 56 g 19 Stück Würfelzucker
DIY Basis-Frappuccino (unser Rezept) ca. 220 kcal ca. 18 g 6 Stück Würfelzucker
DIY Caramel Frappuccino ca. 280 kcal ca. 28 g 9 Stück Würfelzucker

Die Hälfte an Zucker. Fast die Hälfte an Kalorien. Und geschmacklich näher am, was ein Frappuccino eigentlich sein sollte: ein Kaffeegetränk, kein Dessert im Pappbecher.

Häufige Fragen zum Frappuccino

Was ist alles in einem Frappuccino drin?

Ein klassischer Frappuccino besteht aus Espresso oder Kaffee, Milch, Eiswürfeln und Zuckersirup. In der Café-Version kommt noch eine proprietäre Frappuccino-Base dazu, ein dickflüssiger Süßungsstoff, der die cremige Konsistenz verstärkt. Oben drauf kommt Schlagsahne und meist ein Topping wie Karamell- oder Schokosauce. Zuhause reichen Espresso, Milch, Eiswürfel, Zucker und eventuell Vanilleextrakt.

Wie mache ich einen Frappuccino?

Du brauchst einen Mixer mit genug Power, um Eis zu zerkleinern. Gib abgekühlten Espresso, Milch, Eiswürfel, Zucker und eventuell Vanille in den Mixer. Mixe auf höchster Stufe 30 bis 45 Sekunden, bis eine cremige Konsistenz ohne Eisstücke entsteht. In ein hohes Glas füllen, mit Schlagsahne toppen, fertig. Der wichtigste Trick: Kaffee vorher vollständig abkühlen lassen oder als Kaffee-Eiswürfel einfrieren, sonst wird der Drink wässrig.

Was ist das Geheimnis eines guten Frappuccinos?

Das Geheimnis sind zwei Dinge: kräftiger, kalter Espresso und das richtige Verhältnis von Eis zu Flüssigkeit. Der Kaffee muss stark genug sein, um gegen Milch und Zucker anzukommen. Ein doppelter Espresso mit kräftiger Röstung ist Pflicht, besser eine italienische Mischung mit Robusta-Anteil als reiner Arabica. Und das Eis sollte immer in Form von Kaffee-Eiswürfeln vorkommen, sonst verwässert der Drink nach wenigen Minuten. Ein leistungsstarker Mixer ist der dritte Faktor: wenn die Klingen zu schwach sind, bleiben Eisstücke übrig und die Konsistenz stimmt nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Eiskaffee und Frappuccino?

Ein klassischer deutscher Eiskaffee ist kalter Kaffee über Vanilleeis, ergänzt durch Schlagsahne. Er wird nicht gemixt, sondern einfach zusammengegeben. Der Frappuccino dagegen ist ein gemixtes Kaltgetränk aus Espresso, Milch, Eiswürfeln und Zuckersirup. Die Konsistenz ist dickflüssig und homogen, während der Eiskaffee flüssig mit festem Eis bleibt. Kurz gesagt: Eiskaffee trinkst du mit Löffel und Strohhalm, den Frappuccino nur mit Strohhalm.

Fazit: selber machen lohnt sich aus zwei Gründen

Der Frappuccino ist ein gutes Getränk mit einem miesen Ruf. Mies, weil die großen Café-Ketten ihn zur Kalorienbombe verdichtet haben, die mehr Zucker enthält als eine Dose Cola. Gut, weil das Grundrezept simpel und anpassbar ist.

Wer ihn zuhause macht, entscheidet selbst, wie süß er wird und welche Bohnen drin sind. Das ist, neben den 5 Euro Ersparnis pro Glas, der eigentliche Grund, warum sich die fünf Minuten am Mixer lohnen. Wer beim Kaffee nicht spart, merkt den Unterschied: ein kräftiger italienischer Espresso wie der Alessio Grand Milano gibt dem Drink die Basis, die ihm in den meisten Kaffee-Ketten längst fehlt.

Frappuccino ist die süße Eingangsdroge. Wer dabei bleiben will, sollte den italienischen Eiskaffee als nächstes ausprobieren.