Café au Lait auf einem Tisch mit Corissant und Zeitung

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Café au Lait: Rezept und der Unterschied zum Milchkaffee

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Andrea Wiencek 10 min Lesezeit

„Milchkaffee" klingt nach Kantine. Nach Thermoskanne, nach Raststätte, nach dem Becher, der schon halb kalt ist, wenn du ihn in die Hand bekommst.

„Café au lait" klingt nach einem Morgen in Paris, an dem du nichts vorhast außer einem Croissant und der Zeitung.

Es ist dasselbe Getränk.

Fast dasselbe. Der Unterschied ist so klein, dass ihn kaum jemand benennen kann. Er steckt in zwei Details. Der Café au Lait kommt ohne Milchschaum. Und er kommt in einer Schale ohne Henkel, damit du dein Croissant hineintunken kannst, ohne dir die Finger zu verbrennen. Der Rest ist ein französischer Name für etwas, das die Deutschen genauso gern trinken.

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Was ist ein Café au Lait?

Ein Café au Lait ist ein französischer Milchkaffee aus starkem Filterkaffee und heißer, nicht aufgeschäumter Milch, gemischt zu gleichen Teilen. Serviert wird er klassisch in einer henkellosen Schale, dem Bol. Getrunken wird er zum Frühstück. Der Name ist Französisch und heißt schlicht „Kaffee mit Milch".

Zwei Dinge machen ihn aus. Erstens die Basis: traditionell Filterkaffee, kein Espresso. In modernen Cafés wird oft ein doppelter Espresso genommen, aber das französische Original entsteht aus der Kanne. Zweitens die Milch: Sie wird nur erwärmt, nicht geschäumt. Wer eine Schaumhaube obenauf setzt, macht etwas anderes, einen Cappuccino oder einen Latte, aber keinen Café au Lait.

Wie man das Wort ausspricht, ist die nächste Stolperfalle: „ka-fee o lä", das „t" am Ende bleibt stumm. Genau deshalb tippen so viele Leute „Café o lait" in die Suche. Falsch geschrieben, richtig gehört.

Café au Lait oder Milchkaffee: der ehrliche Unterschied

Die ehrliche Antwort, die kaum jemand gibt: Es ist im Kern dasselbe. Café au Lait und deutscher Milchkaffee sind beide Kaffee und heiße Milch zu gleichen Teilen. Der Unterschied ist vor allem die Herkunft des Namens, dazu ein kleines Detail beim Schaum. Diese Tabelle sortiert die ganze Familie:

Getränk Kaffee-Basis Milch Verhältnis Schaum
Café au Lait Filterkaffee heiß, nicht geschäumt 1:1 keiner
Milchkaffee Filterkaffee heiß, manchmal etwas Schaum 1:1 optional
Caffè Latte Espresso (doppelt) heiß, dünne Schaumschicht 1:3 bis 1:4 dünn
Cappuccino Espresso aufgeschäumt 1:1 bis 1:2 fest, dick
Café Crème in Paris identisch mit Café au Lait, sonst Kaffee mit Sahne je nach Region variabel je nach Region

Man merkt es an der Tabelle: Café au Lait und Milchkaffee stehen praktisch in derselben Zeile. Der einzige belastbare Unterschied ist, dass der deutsche Milchkaffee gelegentlich mit etwas Milchschaum kommt, während das französische Original keinen duldet. Wer also einen Milchkaffee ohne Schaum trinkt, hat streng genommen längst einen Café au Lait vor sich. Er nennt ihn nur nicht so.

Das Rezept

Der Café au Lait ist so einfach, dass der einzige Fehler in der Milch steckt. Sie darf nicht kochen. Über 65 °C schmeckt sie gekocht statt süß. Und weil der Café au Lait so viel Milch enthält, fällt das hier stärker auf als bei jedem kleinen Espresso-Getränk. Der süßeste Punkt liegt bei etwa 60 bis 65 °C.

Rezept

Café au Lait

5 Minuten
1
Portionen
Einfach Schwierigkeit
Zutaten
  • 150 ml starker Filterkaffee
  • 150 ml Vollmilch
Zubereitung
  1. 1

    Einen kräftigen Filterkaffee brühen. Er darf ruhig etwas stärker sein als sonst, weil die Milch ihn deutlich abmildert.

  2. 2

    Die Schale oder große Tasse mit heißem Wasser vorwärmen und das Wasser wieder auskippen.

  3. 3

    Milch auf 60 bis 65 °C erwärmen. Nicht kochen und nicht aufschäumen, sie soll nur heiß und seidig sein.

  4. 4

    Kaffee und Milch gleichzeitig und zu gleichen Teilen in die Schale gießen. Fertig ist der Café au Lait.

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Welcher Kaffee passt in den Café au Lait?

Ein Café au Lait braucht eine dunkle, säurearme Röstung. Der Kaffee muss durch die gleiche Menge Milch tragen, ohne sauer oder dünn zu werden. Das schafft eine kräftige Arabica-Röstung besser als ein heller Filterkaffee. Traditionell wird in Frankreich genau dafür etwas dunkler geröstet als der klassische deutsche Filterkaffee.

Wichtig ist die Röstung, nicht die Maschine. Ob du den Kaffee aus der Filtermaschine, der French Press oder als doppelten Espresso ziehst, ist Geschmackssache. Warum eine dunkle Röstung in Milchgetränken runder schmeckt, steht ausführlich im Artikel zum Röstgrad Kaffee.

Für die klassische Filterversion empfehlen wir den Premio Café Creme von Alessio, eine ausgewogene Röstung mit genug Körper für viel Milch. In unserem Test mit dem Alessio Premio Café Creme trug die Röstung bei 60 bis 65 °C sauber durch die Milch, über 70 °C kippte die Süße ins Kochige.

Wer den Café au Lait lieber auf Espressobasis macht, greift zum Grand Milano Espresso. Passenden gemahlenen Kaffee für die Filterkanne findest du in unserer Auswahl.

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Die New-Orleans-Variante mit Zichorie

Es gibt einen Café au Lait, der nicht ganz aus Kaffee besteht. Dahinter steckt eine Kriegsgeschichte. In New Orleans wird er bis heute mit gerösteter Zichorienwurzel gemischt, die dem Kaffee eine erdige, leicht bittere Note gibt.

Der Grund war Not. Während des amerikanischen Bürgerkriegs blockierte die Nordstaaten-Flotte die Häfen des Südens. In New Orleans, damals einer der größten Kaffeehäfen der USA, wurde die Bohne knapp. Also streckte man den Kaffee mit Zichorie, die vor Ort wuchs. Aus der Sparlösung wurde Identität. Das Café du Monde am French Market schenkt seinen Café au Lait mit Zichorie seit 1862 aus, serviert mit Beignets, den quadratischen Krapfen unter einem Berg Puderzucker.

Wer es zuhause probieren will, mischt einen kleinen Teil gerösteter Zichorie unter das Kaffeemehl. Es schmeckt eine Spur runder und weniger säuerlich, fast schokoladig.

Häufige Fehler beim Café au Lait

Milchschaum obendrauf

Der häufigste Irrtum. Ein Café au Lait hat keinen Schaum, die Milch wird nur erwärmt. Wer schäumt, landet beim Milchkaffee mit Haube oder gleich beim Latte. Wie sich cremiger Mikroschaum anfühlt, wenn er richtig ist, steht im Artikel zum Flat White, aber genau den will der Café au Lait eben nicht.

Zu schwacher Kaffee

Gegen die gleiche Menge Milch braucht der Kaffee Kraft. Ein dünner Filterkaffee verschwindet in der Milch und übrig bleibt warme Milch mit Kaffeegeschmack. Lieber etwas stärker brühen als sonst, am besten mit frischen Kaffeebohnen statt lange offener Ware.

Gekochte Milch

Über 65 °C schmeckt die Milch nach Kochtopf. Ohne Thermometer gilt: Sobald die Kanne am Rand zu dampfen beginnt, ist es Zeit, sie vom Herd zu nehmen.

Die falsche Röstung

Eine helle, säurebetonte Bohne wird im Café au Lait sauer. Für dieses Getränk gehört eine dunklere, säurearme Röstung in die Maschine, wie im Vergleich Arabica vs. Robusta beschrieben.

Varianten des Café au Lait

Mit pflanzlicher Milch

Hafermilch in der Barista-Variante funktioniert am besten, weil ihre leichte Getreidesüße zur dunklen Röstung passt. Sie muss nicht geschäumt werden, nur erwärmt, was die Sache einfach macht.

Aus Kapseln und Instant

Es gibt fertige Café-au-Lait-Produkte für Kapselmaschinen und als Instantpulver, etwa von Dolce Gusto oder Nescafé. Bequem sind sie, mit dem Original haben sie wenig zu tun: Viele arbeiten mit Milchpulver und erzeugen sogar eine Schaumschicht, die im echten Café au Lait nichts zu suchen hat.

Café Crème

In Paris ist Café Crème oft nur ein anderer Name für den Café au Lait. Außerhalb Frankreichs kann damit Kaffee mit Sahne gemeint sein. Wenn du es genau wissen willst, hilft nur nachfragen.

Kalorien und Koffein im Café au Lait

Ein Café au Lait mit Vollmilch kommt auf etwa 100 kcal pro Schale, fast alles davon aus der Milch. Beim Koffein liegt er mit rund 80 bis 120 mg höher, als man denkt, weil ein starker Filterkaffee als Basis dient und die Portion groß ist. Zur Einordnung: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hält bis zu 400 mg Koffein pro Tag für gesunde Erwachsene für unbedenklich.

Variante (ca. 300 ml) Kalorien Koffein
Café au Lait, Vollmilch ca. 100 kcal 80 bis 120 mg
Café au Lait, fettarme Milch ca. 70 kcal 80 bis 120 mg
Café au Lait, Hafermilch ca. 80 kcal 80 bis 120 mg
Schwarzer Filterkaffee zum Vergleich ca. 3 kcal 80 bis 120 mg

Der Koffeinwert überrascht viele: Ein Café au Lait bringt oft mehr Koffein mit als ein Cappuccino, weil die Filterkaffee-Basis größer ist als ein einzelner Espresso. Milde im Geschmack heißt eben nicht mild in der Wirkung.

Häufige Fragen zum Café au Lait

Was ist ein Café au Lait?

Ein Café au Lait ist ein französischer Milchkaffee aus starkem Filterkaffee und heißer, nicht aufgeschäumter Milch zu gleichen Teilen. Serviert wird er traditionell in einer henkellosen Schale, dem Bol, getrunken zum Frühstück, oft mit einem Croissant, das man hineintunkt. Der Name bedeutet auf Französisch „Kaffee mit Milch".

Wie wird Café au Lait gemacht?

Man brüht einen kräftigen Filterkaffee und erwärmt die gleiche Menge Milch auf etwa 60 bis 65 °C, ohne sie aufzuschäumen. Beides wird zu gleichen Teilen in eine vorgewärmte Schale gegossen. Fertig. Ein Café au Lait braucht keine Espressomaschine und keinen Milchschäumer, nur guten Kaffee und heiße Milch.

Wie ist das Mischungsverhältnis für Café au Lait?

Das klassische Verhältnis ist 1:1, also gleiche Teile Kaffee und Milch. Bei einer Basis aus Filterkaffee sind das zum Beispiel 150 ml Kaffee und 150 ml Milch für eine Schale. Wer eine Espressobasis nutzt, kann etwas mehr Milch nehmen, bleibt aber in der Nähe von halb und halb.

Was ist der Unterschied zwischen Café au Lait und Milchkaffee?

Im Kern sind sie dasselbe: Kaffee und heiße Milch zu gleichen Teilen. Der Unterschied ist vor allem die Herkunft des Namens. Dazu kommt ein kleines Detail: Der deutsche Milchkaffee wird manchmal mit etwas Milchschaum serviert, der französische Café au Lait traditionell nie. Ein Milchkaffee ohne Schaum ist praktisch ein Café au Lait.

Was ist der Unterschied zwischen Milchkaffee und Café au Lait?

Die Zutaten und das Verhältnis sind gleich, unterschiedlich ist die Kultur drumherum. Der Café au Lait gehört zum französischen Frühstück und kommt in einer Schale ohne Henkel, damit man Gebäck eintunken kann. Der deutsche Milchkaffee wird meist in einer großen Tasse serviert und darf auch eine leichte Schaumhaube haben. Geschmacklich nehmen sich beide nichts.

Was ist ein Café o Lait?

„Café o lait" ist keine eigene Getränkeart, sondern ein häufiger Schreibfehler für Café au Lait. Er entsteht, weil das Wort „au" im Französischen wie „o" ausgesprochen wird. Gemeint ist also immer derselbe französische Milchkaffee.

Wie spricht man Café au Lait aus?

Auf Deutsch vereinfacht „ka-fee o lä", mit stummem „t" am Ende und der Betonung auf der letzten Silbe. Das „au" wird wie ein „o" gesprochen. Genau daher kommt auch die verbreitete falsche Schreibweise „Café o lait".

Warum der einfachste Kaffee der ehrlichste ist

Zurück zum Anfang, zur Kantine und zum Morgen in Paris. Der Café au Lait beweist, dass ein guter Name aus einem Alltagsgetränk ein kleines Ritual machen kann. Kaffee, heiße Milch, eine Schale, in die ein Croissant passt.

Vielleicht liegt genau darin sein Reiz. Er tut nicht so, als wäre er kompliziert. Kein Schaum, keine Latte Art, keine Maschine für dreitausend Euro. Nur ein starker Kaffee und Milch, die man nicht kochen lässt, getrunken aus einer Schale mit beiden Händen. Wer das ehrlich gut macht, braucht das französische Wort gar nicht mehr, um sich morgens wie in Paris zu fühlen.

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Andrea Wiencek

Kaffeehändlerin aus Berlin. Andrea Wiencek führt gemeinsam mit ihrer Familie die Kaffee Handelsvertretung Wiencek. Seit Jahren dreht sich bei ihr alles um gute Bohnen und ihre Zubereitung, vom ersten Espresso bis zum perfekten Milchschaum. Mehr über sie: .